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Akute und chronische Unterernährung sind in Niger sehr verbreitet und das Projekt „Gemüsegarten für Frauen in Guidan Roumji" beabsichtigt die Ernährungsunsicherheit von 100 gefährdeten ländlichen Haushalten in der Region Maradi zu reduzieren.
Niger ist gemäss dem Human Development Index (HDI) das am wenigsten entwickelte Land auf der Welt. 63% der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze, 34% sogar in extremer Armut. Vor allem Frauen und die Bevölkerung auf dem Land sind von Armut betroffen.
Die meisten Nigrer betreiben Landwirtschaft oder Viehzucht. Die klimatischen Bedingungen sind hart, denn die Regenzeit ist nur sehr kurz (von Juni bis September) und der Regen fällt auch dann nicht regelmässig. Deshalb ist das Land von regelmässigen Natur- und wirtschaftlichen Katastrophen betroffen. Dürre, Überschwemmungen führen zu Hungersnöten. Wegen der Umweltzerstörung von wertvollem Landwirtschaftsboden durch schnelles Bevölkerungswachstum ist die landwirtschaftliche Produktion zurück gegangen. Die Haushalte verarmen und das Land ist von Importen abhängig. Deshalb ist die humanitäre Nahrungsmittelhilfe sehr wichtig und hilft Millionen von Nigrern zu überleben.
Kindersterblichkeit in Niger ist sehr hoch, eins von fünf Kindern stirbt noch vor dem fünften Lebensjahr. Akute und chronische Unterernährung sind sehr verbreitet und das Projekt „Gemüsegarten für Frauen in Guidan Roumji" beabsichtigt die Ernährungsunsicherheit von 100 gefährdeten ländlichen Haushalten in der Region Maradi zu reduzieren (Ein durchschnittlicher Haushalt besteht aus 7.3 Personen, also sind 730 Personen begünstigt). Die Monate mit Knappheit sollen von sechs auf einen verringert werden. Auf diese Weise wird die Ernährungssicherheit um 80% erhöht und auch die Lebensqualität erheblich verbessert.
Den Begünstigten wird eine Ausbildung in Masthähnchenproduktion und Anbau von Gemüse angeboten. Im zweiten Teil der Ausbildung geht es um die Vermarktung der Erzeugnisse, dabei wird auf die Stärken der Teilnehmer eingegangen, was zur Nachhaltigkeit des Projekts beiträgt. Da die Ernährungsgewohnheiten einseitig sind (viel proteinarme Hirse), sollen zudem die Mütter davon überzeugt werden, den Kindern das gezüchtete Geflügel und das angebaute Gemüse zu Essen geben. Im Rahmen einer Genossenschaft werden auch Frauen zukünftig in der Lage sein, Verträge mit Lebensmittellieferanten auszuhandeln.
Nafissa Abdou, die Präsidentin der Gemüsegärten in Guidan Roumji erzählt: „Wir haben 3.5 Hektar mit der Unterstützung von ADRA gesät. Wir sind voller Freude, wenn wir an die kommende Ernte denken. Mein Mann wollte in den letzten Jahren nicht mehr zu den Feldern kommen und hat mir sogar auch davon abgeraten. Doch dieses Jahr kommt er jeden Tag, noch vor mir. In wenigen Wochen werde ich genügend Kohl, Tomaten, Karotten für meine Familie und auch für den Verkauf haben. Meine Kinder sind gespannt auf die ersten Karotten aus meinem Garten. Ich bin ADRA unendlich dankbar für die Hilfe."
| Budget ADRA Schweiz |
32'000 CHF |
| Projektdauer | 9 Monate |
| Begünstigte | 100 Haushalte |
| Partner | FAO |