Thailand

Keep Girls Safe

Ausgangslage

Thailand ist als Feriendestination beliebt wegen den malerischen Stränden, netten Menschen und dem guten Essen. Wirtschaftlich geht es dem Land trotz wiederholter politischer Unruhen relativ gut: es steht an 89. Stelle auf dem Index für humane Entwicklung. Leider hat Thailand aber auch eine unschöne Seite: Menschenhandel und Prostitution. Schätzungen gehen von 800’000 SexarbeiterInnen in ganz Thailand aus, wovon ein Viertel unter 16 Jahren alt ist. Da die Lebensdauer in diesem Gewerbe relativ kurz ist, braucht die Industrie laufend neue Menschen.

Der Norden Thailands ist hügelig. In der Region leben vor allem ethnische Minderheiten, welche arm sind, keine Bildung und auch keine Staatsbürgerschaft haben. In dieser Region sind Menschenhändler unterwegs, die gezielt arme Familien mit finanziellen Problemen suchen. In solchen Situationen präsentieren sie der Familie einen Vorschlag, welcher wie eine langersehnte Lösung der Probleme erscheint. Wenn die Mädchen ihre Eltern verlassen, um ihre Arbeit als Dienstmädchen oder Verkäuferinnen anzutreten, sind sie den Machenschaften der Menschenhändler schutzlos ausgeliefert.

Ziel

Das Risiko des Menschenhandels wird in der ländlichen Gegend von Chiang Rai für Kinder reduziert.

Projekt

Die Grundschule ist in Thailand gratis. Die Eltern müssen aber alles andere bezahlen, wie z.B. die Uniform, den Transport, das Essen. Für arme Familien ist dies ein unerschwinglicher Luxus. Um das Einkommen aufzubessern, müssen die Kinder schon früh bei der Arbeit mithelfen. Der Druck ist oft so gross, dass die Kinder die Schulbildung nicht abschliessen können. Kinder, welche ein gesundes Familienumfeld haben, aber die Schule verlassen wollen, erhalten daher ein Stipendium. Mit diesem Geld können sie die normalen Ausgaben für die Schule abdecken und können diese auch abschliessen. So haben sie die Voraussetzung für eine Berufsbildung, um der Armut zu entkommen und ihren eigenen Kindern später eine Schulbildung zu ermöglichen.

Es gibt Mädchen, welche grosse Gefahr laufen, von Menschenhändlern aufgegriffen zu werden. In einigen Fällen waren sie schon Opfer von Missbrauch, oder sie sind nicht genügend durch die Familie geschützt. Im Shelter finden sie Schutz, erhalten zu essen und können die lokale Schule besuchen. Die Mitarbeiter werden in dieser Phase vermehrt den Fokus darauf legen, damit die Mädchen im Shelter die thailändische Staatsbürgerschaft erhalten. Denn damit sind viele Rechte wie medizinische Versorgung, Eigentumsrechte und Reisefreiheit verbunden, welche sehr nützlich sind.

Speziell sensibilisierte Jugendliche organisieren Aktivitäten, um an der eigenen Schule aber auch an anderen Schulen über die Gefahren des Menschenhandels hinzuweisen. Sie erhalten Material wie DVDs, Broschüren, T-Shirts und Poster, um ihre Vorträge gut zu unterstützen.

ADRA Thailand wird die guten Beziehungen zu den Behörden und anderen Nicht-Regierungsorganisationen weiter ausbauen und pflegen. Somit bleibt das Projekt gut verankert, und die verschiedenen Akteure arbeiten Hand in Hand, das Ziel zu erreichen.

Projektdaten

Dauer: Januar 2024 – Dezember 2025

Begünstigte: 30 Mädchen direkt / 1’680 andere Personen

Partner: ADRA Thailand, ADRA Schweiz, ADRA Norwegen, ADRA Deutschland, ADRA International, ADRA Niederlande, ADRA Canada